Agentur für Markenberatung, Design und Public Relations

WARUM MARKEN HEUTE FEMINISTISCH DENKEN MÜSSEN


B-ICONIC – Gender Marketing

Marken versuchen heute mehr denn je, Frauen zu begeistern, senden aber immer noch Botschaften, die unvertretbar sind oder sich wie rosa Zuckerwatte anfühlen.

 

aufgeschrieben von Verena Begemann, Partnerin B-ICONIC

 

––– Frauen sind die mächtigsten Verbraucher der Welt, und ihr Einfluss auf die Wirtschaft steigt von Jahr zu Jahr. Der Anstieg der digitalen Verbrauchermacht sorgt dafür, dass jeder Schritt, den eine Marke macht, relevant ist. Auf Twitter zum Beispiel, sind die Beiträge über Frauenfragen in den letzten Jahren um 300 Prozent gestiegen. Frauen kehren Marken schneller denn je den Rücken zu – und wenn sie einmal weg sind, dann für immer. 

 

Frauen sind das neue China!

Mit seinem Statement hat Daimler-Chef Dieter Zetsche 2015 seine Manager versucht wachzurütteln. Heute sind Frauen die mächtigsten Verbraucher der Welt, und ihr Einfluss auf die Wirtschaft und Politik nimmt weiter zu.

 

Das weltweite Einkommen von Frauen wurde laut EY 2018 auf erstaunliche 18 Billionen Dollar geschätzt.

 

Sie treffen Frauen 80 Prozent der Kaufentscheidungen – und das betrifft das Müsli genauso wie den Mercedes. Und jetzt wird auch klar, wie sich Dieter Zetsche zu seiner Aussage hinreißen lassen konnte: Gerade einmal 18 Prozent der Frauen würden sich ein Auto mit Stern zulegen. Die Chance, dass der nächste Familienwagen ein Mini oder Mazda wird – und eben kein Mercedes, ist damit sehr hoch. Zu hoch um seinen Gewinn zu steigern.

 

Frauen sind Multiplikatoren

Frauen erwarten heute, dass Marken auf Augenhöhe mit ihnen sprechen und ein Verständnis für alles, was sie sind, zeigen. Sie sind mehrere Märkte in einem und teilen sich mit. Besonders junge Frauen entdecken viel früher als Männer Trends in den sozialen Netzwerken und sind bereit, neue Kanäle intensiv zu nutzen. Mit 68 Prozent sind auch die meisten Influencer, die auf ihren Profilen Produkte bewerben, Frauen.

Natürlich werden auch schlechte Erfahrungen an Freunde, Bekannte und Kollegen kommuniziert. Diese Tatsache gewinnt durch die steigende Nutzung der sozialen Netzwerke sogar noch an Bedeutung. Schlechte Bewertungen bei Amazon oder Google lassen sich nicht wegretuschieren.

 

Es gibt nicht „die“ Zielgruppe Frau – Gender Marketing neu gedacht

 

Überraschung: Auch Frauen lassen sich in höchst unterschiedliche Käufergruppen unterteilen. Junge Mädchen, die heiß auf die neue Markenjeans sind, Mütter, auf der Suche nach dem perfekten Familienauto oder die erfolgreiche Managerin, die ihren Urlaub im 5-Sterne Hotel buchen möchte, sind nur einige Beispiele für die Vielfalt der Zielgruppe Frau. Ich nehme hier keine Bewertung vor. Jede Zielgruppe hat ihre Berechtigung und muss individuell angesprochen werden. Wie das in der Praxis funktioniert? Hier einige Vorschläge:

 

1.  Überdenken Sie Ihr Frauenbild
Frauen selbst haben häufig noch veraltete Rollenbilder im Kopf. An dieser Stelle noch ein Hinweis: Wer sich für Kinder, Küche, Kirche entscheidet, hat jedes Recht dazu. Jeder darf und soll auf seine Weise glücklich werden. Wenn sich eine Frau aber lieber für Karriere, Kompetenz und Konsum entscheidet, sollte dies auch von den Unternehmen berücksichtigt werden.

 

2. Der Kunde ist weiblich
Frauen investieren mehr Zeit in die Suche nach dem passenden Produkt. Während viele Männer auch spontan zugreifen, recherchieren Frauen nach Alternativen und vergleichen Preise. Unternehmen, die Transparenz zeigen und umfassend über ein Produkt oder eine Dienstleistung informieren, haben bessere Chancen, Kundinnen zu überzeugen. Dazu gehört auch ein umfassender Service in Form von Rund-um-Sorglos-Paketen, die eine echte Entscheidungshilfe bieten.

 

3. Service ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal
Typische Verkaufssituation: Ein Paar betritt einen Heimwerkermarkt und bittet den Berater um Hilfe. Nach einer kurzen Begrüßung richtet sich der Angestellte des Baumarkts im Verlauf des Gesprächs vorzugsweise an den Mann. Das es die Frau war, die den Impuls gegeben hat, dort einzukaufen und letztendlich auch die Entscheidung zum Kauf gibt, wird viel zu häufig gar nicht in Erwägung gezogen. Tappen Sie nicht in diese Falle und schulen Sie Ihr Personal bei Bedarf entsprechend.

 

4. Unterschätzen Sie nie die fachliche Kompetenz einer Frau
Machen Sie als Mann doch einmal den Selbstversuch. Gehen Sie mit ihrer Partnerin in einen Elektronikfachhandel, das Autohaus oder in ein Reisebüro. Vermutlich wird es so laufen: Der oder die Beraterin bespricht mit Ihnen die technischen und finanziellen Details. Also die Aspekte, auf die es ankommt. Ist dieser Part erledigt, darf sich ihre Frau mit der Farbgebung des Kühlschranks oder dem Sitzkomfort im Neuwagen befassen. Die Lösung? Signalisieren Sie Ihren potenziellen Kundinnen, dass sie in Ihnen eine gleichwertige Entscheidungsträgerin sehen.

 

5. Ein Girl`s Day reicht nicht
Frauen sind nicht nur eine Käufergruppe. Wer in Zeiten des Fachkräftemangels einen Vorteil im Wettbewerb haben möchte, kann auf gut qualifizierte Frauen nicht verzichten. Es ist also kein Zufall, dass gerade die Bundeswehr oder das Handwerk offensiv auf Frauen zugehen. Unternehmen haben die fachliche Kompetenz und die Talente junger Frauen erkannt. Also setzen sie auf Kampagnen, die sich durch eine wertschätzende Ansprache wohltuend abheben.

 

Die Dominanz der Frauen beim Konsum oder im Bewerbermarkt ist langfristig gegeben. Ist Ihr Unternehmen bereit? #

 

 

Mehr über das Thema erfahren?
mail@b-iconic.de
T +49-521-950 39 80